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Unterwegs im Harz und Süddeutschland

von berlinartdesign
Unterwegs im Harz und Süddeutschland

Liebe Leser,

es ist ein bisschen Zeit ins Land gezogen, seit meinem letzten Blog-Beitrag aber wer mir auf Instagram folgt weiß, ich war nicht untätig. Die Corona-Situation hat uns alle ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, sodass das Jahr 2020 so ziemlich ins Wasser gefallen ist, bezogen auf sämtliche Reiseaktivitäten. Geplant war ein längerer Trip durch Norwegen, ganz ohne Auto nur mit der Bahn. Diese Pläne hab ich kurzerhand verworfen und bin in der Heimat geblieben. Auch hier gibt es so wunderschöne Orte und so zog es mich zu erst in den Harz und anschließend nach Süddeutschland, genauer nach Baden Württemberg und Bayern. Aber erst mal der Reihe nach.

Mein letzter 3-wöchiger Urlaub ist schon sehr, sehr lange her – eigentlich waren es damals noch die Ferien in der Schulzeit. Da ich Jahrgang 1987 bin, ist meine Schulzeit auch schon ziemlich lange her. Ich freute mich daher auf diese 3 Wochen, die Arbeitssituation während des Lockdowns war eine Katastrophe. Ich bin für Home-Office einfach nicht geschaffen, zu viel gearbeitet bei viel zu wenig Freizeit.

Harz & Wernigerode

Die erste Etappe auf meiner Reise, war der Besuch des wunderschönen Städtchen Wernigerode, zu Fuße des höchsten Berges Mitteldeutschlands – dem Brocken. Ich nächtigte 5 Tage im Hotel Altora, wie sie selber sich benennen: Eisenbahn-Themenhotel. Da meine letzte Fahrt hoch zum Brocken mit der Dampfeisenbahn genauso lange her ist, wie meine Schulzeit, wollte ich mich ganz und gar dem Thema Eisenbahn hingeben. Mir stand mit meiner Begleitung ein schickes Hotelzimmer mit direktem Blick auf die Bekohlungsanlage der Harzer Schmalburbahnen zur Verfügung, was schon von Anfang an für zahlreiche Fotomotive sorgte. Die ersten beiden Tage, standen dem typsichen Sightseeing zur Verfügung um die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Das Wetter verhinderte eine Fahrt hoch zum Brocken, da die Sicht sehr eingeschränkt war. Erst am dritten Tag, zeigte sich der Sommer von seiner besten Seite.

Schloss Wernigerode

Optisch einer der schönsten Schlösser Deutschlands, wie aus einem Märchen entsprungen ist das Schloss Wernigerode Pflichtprogramm. Nicht nur für das Gebäude sondern auch für die Aussicht auf die Stadt Wernigerode mit den roten Dachschindeln ihrer vielen Fachwerkhäusern aus mehreren Epochen.

Blick vom Schloss Wernigerode

Corona-Express

Durch ein Freund der wenige Tage zuvor zum Brocken hoch gefahren ist, erfuhr ich, das ich ziemlich mutig sein sollte da die HSB (Harzer Schmalspurbahn) wohl keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze der Fahrgäste vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bot. Das erschien mir anfangs als vollkommen übertrieben, ich konnte mir nicht vorstellen das die HSB als seriöses Verkehrsunternehmen seine Fahrgäste und Mitarbeiter nicht schützt. Trotzdem bestellte ich online die Tickets in weiser Voraussicht das es an der Kasse voller werden könnte. Als es dann losging, erwartete uns vor dem Kassenhäuschen eine Schlange, dessen Ende nicht auszumachen war. Nur jeder Zweite, trug eine Maske und hielt ausreichen Abstand. So früh am Tage wollte ich mir die Stimmung aber nicht vermiesen lassen, da Tickets ja auch im Voraus gekauft werden konnten, für spätere Fahrten. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, das Tickets über die maximale Sitzplatz-Kapazität hinaus verkauft werden. Ich wurde eines besseren belehrt. Der rote, beige Wagen war bis auf den letzten möglichen Stehplatz ausverkauft, mit Stehplatz sind nicht nur die beiden Bühnen gemeint, sondern auch in den Gängen. Dicht gedrängt, auf Bänke und im Gang, erlebte ich hier den Vor-Corona Berufsverkehr in der Berliner S-Bahn. Wo noch am Anfang der Kasse, jeder zweite eine Maske trug, waren es nun nur noch maximal 10% der Fahrgäste.

Fahrpreis: 47€ p.P. ohne Sitzplatzgarantie, dafür mit Corona-Immunisierung.

Der Brocken

Endlich da! Der Brocken ist tatsächlich ein Highlight! Der Ausblick ist ein absoluter Traum und wunderschön bei perfekten Sichtverhältnissen. Hier kann man gut wandern. Der aufmerksame Beobachter wird schon während der Fahrt festgestellt haben, das es dem Harzer Wald nicht gut geht. Deutlich sieht man die Einflüsse des Klimawandels und den Monokulturen. Großflächiges Waldsterben erzeugt eine düstere, beklemmende Umgebung. Generell ist jeder Wald im Wandel, es bleibt zu hoffen das durch die Zeit der Baumbestand wieder zunimmt. Der Brocken kann auch durch gut ausgeschilderte Wanderwege “erklommen” werden, bei gutem Wetter ist mit einem hohen Andrang zu rechnen. Wer gut zu Fuß ist, sollte definitiv die Wanderung vor der Brockenbahn vorziehen.

30 Minuten vor Abfahrt des abgehenden Zuges nach Wernigerode, war der Bahnsteig mit Menschen voll, alle mit Angst, nicht mitkommen zu können. So wurde die Abfahrt im Corona-Express erneut zu einem großen Erlebnis für Jung und Alt.

Schwarzwald

Nach den paar Tagen in Wernigerode und den enormen Zulauf an Touristen, ging für mich die Reise weiter nach Süddeutschland, genauer gesagt in die Nähe der Stadt Todtnau / Baden Württemberg. Malerisch betten sich viele kleine Ortschaften zwischen dem Berg Hasenhorn, Stübenwasen und dem nahe gelegenen Feldberg. Anfangs skeptisch von der Abgelegenheit, wurde dies der perfekte Ausgangspunkt in Baden Württemberg. 1h nach Villingen-Schwenningen, 30-40 Minuten nach Freiburg, 20 Minuten zum Titisee und Schluchsee. Unsere Ferienwohnung lag malerisch am Berg gelegen und versprach bei den sommerlichen Temperaturen um die 38 Grad, eine dennoch kühle Raumtemperatur – was will man mehr. Der Vermieter ist ein Wildblumenliebhaber und hat seinen Garten wunderschön gestaltet mit kleinen, künstlich angelegten Seen. Mein Macro-Objektiv hatte hier gut zu tun 😀 Nach den anstrengenden Tagen in Wernigerode, versprach der Schwarzwald endlich richtigen Urlaub.

Unser täglicher Terrassenbesucher, eine Libelle mit beachtlicher Größe

Schwarzwaldbahn unter Dampf

Von den schlechten Erfahrungen auf der Brockenbahn erholt, hab ich beschlossen die wunderschöne Schwarzwaldbahn im Teilabschnitt von Villingen-Schwenningen bis Hausach mit der Dampfeisenbahn zu erfahren. Hier erlebte ich dann auch tatsächlich wie es richtig geht. Diese Sonderfahrleistung ist vom Land Baden Württemberg unterstützt und das gesamte Fahrpersonal war immer erfolgreich bemüht sämtliche Corona-Verhaltensregeln Regeln umzusetzen. So machte diese Fahrt durch 37 Tunnel und wunderschöner Landschaft richtig Spaß. Vorbei ging es an malerischen Ortschaften wie Hornberg mit der markanten Burg, Triberg und dem Freilichtmuseum Gutach. Für 24 – 28€ pro Person ein faires Erlebnisangebot.

Dampfzug mit Baureihe 52

Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Ein wunderschöner Erlebnispark für Jung und Alt um Einblick in unserer Geschichte zu erhalten. Liebevoll erhaltene und aufgearbeitete Gebäude vermitteln einen guten Einblick in das Leben vor 300, 200 oder auch 100 Jahren. Mittendrin Menschen die das damalige Leben mit typischer Kleidung und Berufen aus dieser Zeit vermitteln. Der Besucherandrang wurde gut gelenkt und nur an wenigen Stellen wurde es mal etwas enger. Hier sind einige meiner absoluten Lieblingsbilder entstanden.

Das Gelände des Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Schauinsland-Berg & Freiburg

Heiße Tage standen an: So haben wir uns entschieden, die meiste Zeit in höherer Lage zu verbringen und sind gleich früh mit dem Auto zum Schauinsland-Berg gefahren. Der Name für diese Erhebung ist perfekt gewählt, die Aussicht von hier oben und dem zusätzlich vorhandenen Aussichtsturm ist grandios. An klaren Tagen ergeben sich Blicke bis nach Frankreich, Freiburg und zahlreichen weiteren Orten. Auch der kleine Flugplatz in Freiburg war gut zu erkennen, mit etwas Glück erwischt man sogar ein Flugzeug beim Start oder der Landung.

Mit der Schauinsland-Bahn, der längsten, klassischen Umlaufseilbahn Deutschlands mit 3,4 Kilometer, ging es hinab in einen Vorort von Freiburg. Innerhalb von 20 Minuten konnte von hier aus mit dem Bus und Straßenbahn die Stadt Freiburg erreicht werden. Für uns wurde dieser Ausflug nur ein kurzes Vergnügen auf ein leckeres Mittagessen und einer knappen Stadttour. Die Straßen waren voll mit Einheimischen und Touristen und die Sonne brannte erbarmungslos auf uns hinab. So ging es nach etwa 2h zurück auf den Schauinsland, den wir noch ein wenig erkundeten und anschließen fuhren wir zurück in unsere Ferienwohnung.

Meine Empfehlung: Fahrt am Besten vor 9 Uhr auf den Berg, so habt ihr einen ungestörten Blick ohne viele Menschen. Ab 11 wird es bei gutem Wetter supervoll. Solltet ihr ohne Kleinkinder unterwegs sein, besucht unbedingt auch das aktive Forschungsbergwerk.

Todtnauer & Triberger Wasserfälle

Beide Wasserfälle liege einige Kilometer auseinander haben beide aber eines Gemeinsam: Ihre Schönheit. Sie zählen zu den schönsten und längsten Wasserfälle im Schwarzwald. Ein Geheimtipp bleibt der Todtnauer Wasserfall der anderes als der Triberger noch von Besuchermassen verschont bleibt. Am Triberger Wasserfall wurden in den letzten Jahre, befestigte Wege geschaffen und Eintritt eingeführt, um den Touristenstau Herr zu werden. Die komplette Anlage bleibt wunderschön und beeindruckend.

Todtnauer Wasserfälle

Triberger Wasserfälle

Feldberg

Mein erster Besuch auf dem schönen Feldberg. Hoch ging es mit der Feldberger Seilbahn, eine typische Gondelbahn die bei dem tollen Wetter einen perfekte Aussicht garantierte. Alternativ steht auch ein Wanderweg hoch auf den “Gipfel” zur Verfügung. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation, sollte definitiv Zeit eingeplant werden, da Gondeln nicht voll belegt werden können.

Oben angekommen, erwartet den Besucher eine grandiose Aussicht ins Schwarzwälder Hochland. Der Besuch auf einen der Aussichtstürme ist dabei gar nicht nötig. Zahlreiche Wege rund um den Feldberg, laden den Wanderer zu Entdeckungstouren ein.

Fortsetzung folgt!

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