Winterwunderland

Chaotischer Ausflug in den Harz

Jede gute Freundschaft hat gewissen Traditionen. Die einen Treffen sich regelmäßig in der Bar oder im Café um sich über alle möglichen Dinge auszutauschen, andere wiederum, die sich nicht regelmäßig sehen können, versuchen zu mindestens 1-2 mal im Jahr ein gemeinschaftliches Treffen zu organisieren, so ist das auch in meinem Freundeskreis der Fall.

Immer im Januar treffen wir uns im Harz, um mit der Harzer Schmalspurbahn durch die wunderschöne Landschaft zu fahren. Ausgangspunkt ist dabei die kleine Stadt Nordhausen. Die Fahrt beginnt meistens gegen 13:30 Uhr und endet gegen 17:30 Uhr im Ort Wernigerode und führt durch den Naturpark Harz vorbei am Brocken.

Winterwunderland

Der Januar ist auch der perfekte Monat für Winterfotos und für dieses Jahr kündigte sich reichlich Schnee an, perfekt! Schon im vergangenen Jahr konnte ich einige sehr interessante Bilder aufnehmen und war guter Dinge, dieses Jahr erneut eine reiche Bilderflut mit nach Hause zu nehmen.

Die Strecke teilt sich dabei in zwei Etappen: Die Erste beginnt in Nordhausen und endet am Bahnhof Eisfelder Talmühle – zum Einsatz kommt auf diesem Streckenabschnitt ein Dieseltriebwagen, meist historischer Bauart. Die Harzer Schmalspurbahn teilt sich diesen Streckenabschnitt mit der Straßenbahn Nordhausen.

Der zweite Abschnitt beginnt ab den Bahnhof Eisfelder Talmühle und endet in Wernigerode und wird mit einem Dampfzug betrieben. Wenige Fahrten am Tag führen über beide Abschnitte.

Winterwunderland Harz

Leider erfuhren wir schon am Bahnhof das unser Plan so nicht funktionieren wird, da der Dampfzug ein technisches Problem hat. Suuuper, zumal diese Info nicht mal auf der Webseite des Betreibers erwähnt wird – bei einer handvoll Züge am Tag, jeder Menge Touristen, die solch einen Ausflug oft lange im voraus planen, wäre es schon wünschenswert gewesen. Für meine Freunde von weiter her, war der Tag gelaufen und sie mussten den Rückweg antreten. Der Rest (einschließlich mir) versuchte soweit wie möglich zu kommen und eventuell eine andere Route zu nutzen.

Aber auch mit der Alternativverbindung hatten wir kein Glück, die Fahrt endete nach der ersten Etappe am Bahnhof Eisfelder Talmühle – Schneemassen, abgeknickte Bäume und Äste versperrten die Weiterfahrt und zum allen Überfluss, war auch die Schneefräse kaputt, klar es ist Winter und für diese Witterungsverhältnisse ist eine Schneefräse eben nicht gerüstet 😀

Wirklich Schade – nach wie vor war auf der Webseite nichts davon zu lesen. Im ganzen Wirrwarr, zückte ich trotzdem meine Kamera um einige Aufnahmen zu machen. Diese herrliche Winterlandschaft muss einfach festgehalten werden. Über Nacht sind bis zu 80cm Neuschnee gefallen die in weiten Teile des Harzes für Chaos sorgten. Während im Tal die Temperaturen über 0 Grad lagen und die weiße Pracht fast gänzlich verschwunden ist, so zeigte sie einige Meter bergauf, ihre ganze Schönheit.

Winterwunderland Harz

Leider blieb uns nicht viel Zeit, wir wollten trotzdem unbedingt nach Wernigerode um im Restaurant „Kartoffelhaus“ den Tag ausklingen zu lassen. Wir hatten uns eine Zugverbindung herausgesucht die knapp 2:44h dauerte mit 3-mal umsteigen. Gegen 16:30 Uhr verschwand so langsam die Sonne und es wurde richtig kühl draußen, unsere Umsteigezeiten lagen bei 15-20 min. Das warten war bei der Kälte war kein Vergnügen aber wir freuten uns einfach schon so sehr auf das Restaurant. Zwischendurch versuchten wir das Lokal telefonisch zu erreichen um Plätze zu reservieren, leider vergebens – wahrscheinlich viel zu tun, dachten wir uns.

Um 18:25 erreichten wir endlich Wernigerode und es fing wieder an zu schneien, sogar ziemlich heftig. Wir mussten sehr langsam laufen, da die Umgebungstemperatur den Schnee sofort in Eis verwandelte. Das nachfolgende Bild zeigt, wie schön das Städtchen mit Schnee aussehen kann. Wernigerode ist immer wieder ein Besuch wert, alleine schon wegen der beeindruckenden, märchenhaften Architektur.

Winterwunderland Harz

Irgendwie wurden wir heute vom Pech verfolgt, auch das Restaurant hatte geschlossen und alle anderen Alternativen waren völlig überfüllt oder entsprachen nicht unseren Geschmacksvorstellungen – damit war der Tag dann komplett gelaufen und wir gingen nach einer kurzen Pause zurück zum Bahnhof um unseren Heimweg anzutreten – eine Stunde früher als gedacht. Aber auch auf der Heimfahrt blieb uns Ärger nicht erspart. Durch die verspätete Abfahrt unseres Zuges, verpassten wir natürlich auch den Anschlusszug was bedeutete das wir eine Stunde in der tiefsten Pampa, ohne Toilette oder die Möglichkeit eines kleines Imbiss, ausharren mussten. Wirklich frustrierend….

Erst gegen 1 Uhr waren wir endlich wieder zu Hause, in der Hoffnung diesen Tag schnell vergessen zu können 😄 Trotz alle Komplikationen, hab ich euch einige tolle Bilder mitgebracht, in der Hoffnung das sie euch gefallen. Natürlich war dies ein besonderer Härtefall, denn generell ist die Harzer Schmalspurbahn überaus zuverlässig, wenn man sich mit den Preisen arrangieren kann und nicht unbedingt eine Tour zum Brocken plant. Die Strecke der „HarzQuerBahn“ ist einer der schönsten und längsten Schmalspurbahnen Deutschlands.

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