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Honor Magic 2 im ausführlichen Test

Honor Magic 2 im ausführlichen Test

Ich habe durch den Onlineshop Trading Shenzhen ein weiteres Smartphone aus Fernost erhalten was mit interessanten Features aufwartet und von keinem unbekannten Hersteller kommt, sondern von Honor der Tochtermarke von Huawei. Honor hat sich inzwischen gut am Markt etabliert mit top Smartphones zu einem relativ günstigen Preis der aber vor der großen Schwestermarke sich nicht verstecken braucht. Es handelt sich dabei um den Nachfolger des Honor Magic mit der Bezeichnung Honor Magic 2. Das Magic 2 ist nur in China erhältlich wie schon bei der ersten Version. Warum sich der Import dennoch lohnt möchte ich euch in diesem kurzen Testbericht aufzeigen.

Ausstattung und Verarbeitung

Das Smartphone wird in einer schönen Verpackung geliefert die neben dem eigentlichen Smartphone zusätzlich das Ladekabel mit Netzteil einer Schutzhülle den Simdorn und das Handbuch enthält. Das Telefon sticht dabei gleich hervor mit seinem riesigen Display und der wunderschönen, anzusehenden Rückseite. Hier befinden sich drei Kamera-Augen sowie das Blitzlicht wobei zwei kameralinsen und das Blitzlicht eine Einheit bilden sowie eine weitere Optik darunter. Die Rückseite besitzt einen schön anzusehenden Farbverlauf vom Silber ins blaue und fühlt sich extrem wertig an. An der linken Seite von der Rückseite aus zu sehen befindet sich am Gehäuse Rand die typische Lautstärkewippe darunter der Einschalter. Alle drei Tasten besitzen einen ordentlichen Druckpunkt wobei die Lautstärke Tasten etwas klappern. Weitere Tasten sind am Gerät nicht zu finden. An der rechten Seite befindet sich der Dual Sim-Slot, am unteren Rand der USB-Typ-C-Anschluss, daneben Mikro sowie der Lautsprecherauslass. Am oberen Rand ist neben einem weiteren Mikrofon auch eine infrarotschnittstelle verbaut. Das Magic 2 besitzt keinen Klinkenstecker für kabelgebundene Kopfhörer was sehr bedauerlich ist.

Auf der Vorderseite besticht ein großartiges Display was fast die komplette Vorderseite einnimmt, wobei es nur am unteren Ende ein etwas dickeren Rand gibt. Die dreifach Front-Kamera oder Selfie-Kamera ist im Schiebe-Mechanismus untergebracht dazu später mehr. Der obligatorische Fingerabdrucksensor befindet sich im Display.

Display

Das 6,39 Zoll große AMOLED Display löst mit einer Auflösung von 2340 x 1080 Pixel auf was ein Seitenverhältnis von 19,5:9 ergibt und eine pixeldichte von 403 ppi. Hier hat Honor nicht gespart und verbaut ein absolutes Spitzen Panel mit wunderschönen Farben, guten Kontrasten und tollen Helligkeitswerte aber mit einem ganz leichten Blaustich der aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Besonders gut gefällt mir die Bildqualität auch bei direkter Sonneneinstrahlung denn das Display lässt sich sehr hell stellen, dass Reflektionen nicht die Sicht behindern. Solch gute Werte habe ich selten bei einem Smartphone der letzten Monate gesehen.

Prozessor und Leistung

Bei dem Thema Prozessor setzt Honor nicht auf Qualcomm, sondern auf Prozessoren der eigenen Tochtermarke HiSilikon mit dem neuen Kirin 980. Dieser Octa-Core-Prozessor besitzt jeweils 2,6 GHZ. Zur Seite steht ihm eine Mali - G76 MP10 GPU. Optional gibt es das Magic 2 mit 6 oder 8 GB LPDDR4X RAM mit 128 oder 256 GB Speicher. So ausgestattet gehört das Telefon zu den schnellsten auf den Markt befindlichen. Mit dem Telefon lassen sich alle modernen Smartphone Spiele problemlos ausführen, verkneifen mir aber an der Stelle Benchmark-Ergebnisse da ich nicht sicherstellen kann ob sie die tatsächliche Leistung abbilden oder künstlich gepusht werden.

Honor setzt, wie die große Tochtermarke Huawei, auf bestimmte AI-Funktionen um bestimmte Abläufe zu optimieren gerade im Hinblick auf das Thema Fotografie, dazu später mehr.

Honor installiert auf dem Gerät ein angepasstes Android 9 mit dem Namen Magic in der Version 2.0. Dieses angepasste Betriebssystem beinhaltet zahlreiche Änderungen und jede Menge vorinstallierte Apps wobei nur die wenigsten für den deutschen Markt nützlich sind und sich gezielt an chinesische Käufer richtet. Sehr nützlich finde ich persönlich die Unterstützung von SkyTone, damit lässt sich eine 4G Verbindung aufbauen auch ohne eingelegte SIM-Karte. Dieser Dienst ist zwar kostenpflichtig aber aus meiner Sicht eine absolute Revolution um auch im Ausland erreichbar zu sein und um gegebenenfalls Datentarife buchen zu können, umgerechnet kosten 5 GB knapp 40 € im Monat, kürzere Zeittarife sind auch möglich.

Das Honor Magic 2 ist trotz erheblicher Anpassung des Android Betriebssystem, sehr stabil, pestschnell und bietet an vielen Stellen nützliche Zusatzfunktionen die ich mir auch für den deutschen Markt wünschen würden.

Benchmark-Ergebnisse:

Kamera

Die absolute Spitzen Kategorie bei diesem Smartphone ist die einzigartige Kamera-Funktion sei es auf der Rückseite sowie auf der Vorderseite. Fangen wir erstmal mit der Rückseite an. Wie schon erwähnt befindet sich hier drei Kameraaugen mit unterschiedlichen Brennweiten, so lassen sich unter anderem weitwinkelaufnahmen realisieren oder sogar zweifach optisch zoomen. Honor wie auch Huawei setzen bei der Kamera viel auf künstliche Intelligenz und neurale Netzwerke um das bestmögliche aus den Fotos herauszuholen. Damit lassen sich besonders abends oder in der Nacht, einzigartige Fotos realisieren die trotz geringem Lichteinfall tolle Aufnahmen ermöglichen. Hierfür wird nicht einmal ein Stativ benötigt. Der primäre Sensor bietet 24 Megapixel mit f/1.8 der sekundäre und tertiäre bieten 16 Megapixel, wobei die Weitwinkelbrennweite (17mm) mit einer Offenblende von f/2.2 etwas lichtschwächer ist. Zwischen den einzelnen Sensoren gibt es Qualitätsunterschiede. Die bestmögliche Qualitätsstufe bietet der 24 Megapixel Primär-Sensor, hier sind Details gut zu erkennen auch in ungünstigen Situationen wie z.B. Am Abend oder in etwas abgedunkelten Räumen. Der Weitwinkel Sensor ermöglicht zwar mehr von der Umgebung einzufangen aber eignet sich nur in wirklich guten Lichtverhältnissen. Generell ist die 3er Kombi schon von Vorteil, gerade im Hinblick der umfangreichen AI-Funktionen die das Motiv deutlich aufwerten.

Sehr spannend ist auch die Front-Kamera oder Selfie-Kamera die sich nicht über oder unterhalb des Displays befindet, sondern über einen Schiebe-Mechanismus erreicht werden kann. Honor geht einen anderen Weg als Vivo mit dem Nex, wo die Kamera automatisch aus dem Gehäuse herausfährt, sondern hier muss der Nutzer manuell den Mechanismus durch schieben auslösen. Das funktioniert erstaunlich gut und besser als beim vergleichbaren Xiaomi Mi Mix 3 wo die Funktion relativ wackelig ist. Auch hier verbaut Honor 3 Kamera-Linsen. Der primäre Sensor mit 16 Megapixel der wiederum mit zweimal 2 Megapixel unterstützt wird. Die beiden zusätzlichen Kameras können nicht direkt aufgerufen werden, sondern unterstützen die Hauptkamera in den verschiedenen Programm-Modis wie Portrait oder Tiefenunschärfen. Der Nutzer kann sogar festlegen welcher Bokeh-Effekt erscheinen soll, wenn im Hintergrund Lichtquellen reflektiert werden. Generell überzeuge mich die Kameras mehr als beim aktuellen OnePlus 6 oder dem Nachfolger 6t. Gerade in lichtschwache Situationen zeigt Honor seine langjährige Erfahrung durch die Geräte des großen Schwesterunternehmens. Kaum ein aktuelles Smartphone schafft so gute Aufnahmen in Dunkelheit oder Lichtschwachen Situationen wie das Honor Magic 2.

Anbei findet ihr einige Beispielaufnahmen mit zusätzlichen Erklärungen zu den einzelnen Programmeinstellungen. Die Galerie wird noch erweitert!

Fotos Langzeitbelichtung

Fotos AI Nachtmodus

Fotos Normalmodus

Fotos Selfiekamera:

Konnektivität, Verbindungen und Sensoren

In dieser Kategorie schwächelt Honor etwas und hinkt der Konkurrenz hinterher. So wird das wichtige Band 20 in Deutschland nicht unterstützt, was gerade in ländlichen Gegenden zu Problemen führen kann. Solltet ihr euch häufiger in Ballungsräumen bewegen, ist dieser Umstand des fehlenden Band 20 nicht ganz so schlimm. Hier merkt man an, dass der Hersteller sein Smartphone nicht für den deutschen oder europäischen Markt ausgerichtet hat. Alle anderen Bänder die in Deutschland für den LTE Empfang benötigt werden, werden vom Gerät problemlos unterstützt und sind darüber hinaus sehr Netzstabil.

Das Magic 2 unterstützt alle wichtigen Standards für WiFi oder Bluetooth Verbindungen. Das sollte selbstverständlich sein für ein Gerät was eindeutig in die Oberklasse einsortiert werden möchte.

Für die Navigation steht GPS sowie die nicht europäischen Standards GLONASS und Beidou zur Seite. Die Verbindung mit den Satelliten erfolgte zügig und der Standort konnte sehr genau ermittelt werden auch bei der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fernverkehrszügen.

Wer sein Handy gerne auch als Fernbedienung für sein TV-Gerät oder Musikanlage verwenden möchte der kann dies tun, dass Magic 2 bietet einen Infrarot-Sender zur Steuerung von diversen Geräten.

Die größte Enttäuschung am Magic 2 ist der Fingerabdrucksensor im Display der leider sehr unpräzise arbeitet und lange braucht um das Gerät zu entsperren. Generell ist es sehr praktisch den Fingerabdrucksensor im Display zu haben, leider funktioniert das nicht zuverlässig genug was schon ein Problem beim VIVO NEX sowie beim OnePlus 6T ist. Die Technik ist nicht ausgereift genug um das Smartphone zuverlässig und schnell zu entsperren und es ärgert einen schnell das wieder einmal das entsperren mit dem Fingerabdruck gescheitert ist. Ich habe versucht meinen Finger in allen erdenklichen Positionen zu speichern um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das Gerät entsperrt wird, leider ist dies nur begrenzt möglich und scheiterte oftmals.

Sound und Akustik

Beim Telefonieren bietet das Smartphone einen ausreichenden aber nicht wirklich beeindruckenden Klang. Der Lautsprecher ist beim Klangbild sehr abhängig von der korrekten Positionierung am Ohr. Bei leichten bewegen oder Verschieben des Telefons kann es durchaus sein, dass man seinen Partner nicht mehr hört. Ein Nachteil von diesen kleinen Lautsprecher-Schlitzen oberhalb des Displays.

Unser Gegenüber konnte uns aber sehr gut verstehen, das verwendete Mikrofon ist sehr rauscharm und verzerrt die Stimme nicht.

Der interne Lautsprecher des Magic 2 erzeugt einen guten und ausgewogenen Klang scheitert leider an Bässe aber schafft es Höhen sehr differenziert abzubilden. Bei höheren Lautstärken knarzen die Lautsprecher, was den Musikgenuss dann etwas beeinträchtigt. Generell ist es out mit dem internen Lautsprecher in irgendeiner Weise Filme oder Musik zu genießen dazu sind Smartphones einfach nicht gedacht, sondern setzen voraus, dass Kopfhörer verwendet werden. Hier liegt Honor leider einen kleinen Stein im Weg, wie so viele Hersteller denn es bietet keinen 3,5 mm Klinkenstecker. Man kann mich zwar altmodisch nennen aber generell halte ich den Klang über den kleinen 3,5 mm Klinkenstecker deutlich besser als über jedes ach so gute Bluetooth Modul. Manche Entscheidungen in der digitalen Welt wie z.B. Die Abschaffung von Disketten- oder CD Laufwerken in PCs sind richtig und wichtig aber hier wurde einfach eine absolute Fehlentscheidung getroffen, den Anschluss wegzulassen. Sound kann aber über den USB-Typ-C Anschluss ausgegeben werden bei entsprechenden Adaptern oder Kopfhörer mit Typ C Anschluss, ein gleichzeitiges Laden ist damit nicht möglich, oder über das sehr gute Bluetooth Modul was in meinem Test gut arbeitet ohne Verbindungsabbrüchen. Bei der Verwendung von einem Bluetooth Kopfhörer wird das ausgangsmaterial komprimiert.

Akku und Laufzeit

Der Hersteller setzt im Magic 2 auf einen 3.500 mAh starken Akku der Vielnutzer gut durch den Tag bringt aber keine Spitzenwerte in Ausdauer erreicht. Genauere Test-Ergebnisse muss ich an dieser Stelle nach reichen da sich das Gerät aktuell im Laufzeittest befindet

Fazit
Honor hat mit dem Magic II ein absolutes Performance Monster veröffentlicht was in allen Bereichen gut bis sehr gut abschneidet gerade in der Fotografie Funktion mit Bestwerten glänzt und die teurere Konkurrenz im Regen stehen lässt. Die AI-Funktionen arbeiten ausgezeichnet und helfen dem Smartphone-Fotografen beim Ablichten seines Motives. Großer Nachteil ist die sehr glänzende Oberfläche die extrem schnell Dreck jeder Art anzieht, der sich auch in den empfindlichen Stellen wie dem Schiebemechanismus absetzt und gegebenenfalls auch zu Ausfällen führen kann. In meinem Testzeitraum gab es keine nennenswerten Probleme mit diesem Mechanismus aber ohne regelmäßiges Putzen kann es durchaus dazu führen, dass die Lebenszeit dieses Mechanismus verkürzt wird. Es ist bedauerlich, dass Honor dieses Spitzengerät nicht für den deutschen Markt konzipiert hat und dadurch auch das Band 20 für LTE fehlt, ist es leider nur eingeschränkt zu empfehlen, wenn ihr viel auf dem Land unterwegs seid und nur LTE über besagtes Band empfangen würdet.
Verarbeitung und Aussehen99
Display97
Prozessor und Speicher97
Betriebssystem / Performance 87
Kamera 89
Netz / Empfang 70
Sound / Akustik 79
Akku / Laufzeit86
Reader Rating1 Vote87
Positv
tolle Kameras
jede Menge Power
schönes Aussehen
sehr innovativ
Negativ
kein LTE Band 20
zieht magisch Dreck an
viel Bloatware an Board
88

Technische Daten

CPU Hisilicon Kirin 980 - 2 x Cortex A76 2,6 GHz + 2 x Cortex A76 1,92 GHz + 4 x Cortex A55 1,8 GHz
GPU Mali-G76 MP10
RAM 8GB
Interner Speicher 256GB
Speichererweiterung ja (Huawei Nano Memory Card)
SIM Schacht Dual SIM 4G (nano SIM)
SIM Lock Nein
Frontkamera 16 MP mit Blende f/2.0, 2 MP mit Blende f/2.4, 2 MP mit Blende f/2.4, TOF, 3D FaceUnlock
Backkamera 16 MP mit Blende f/1.8, 24 MP, monochrom mit Blende f/1.8, 16 MP Weitwinkel mit Blende f/2.2 und KI-Stabilisierung
Bildschirm 6,39 Zoll, 19,5 : 9, AMOLED,
Auflösung 2.340 x 1.080 Pixel - 403 ppi
WLAN Wi-Fi 802.11 b/g/n/ac - 2.4 Ghz + 5 Ghz
GPS GPS (L1+L5) / A-GPS / GLONASS / BeiDou / Galileo (E1+E5a) / QZSS (L1+L5)
Bluetooth Version 5.0
Akku 3500 mAh, SuperCharge 40 W
NFC Ja
Extras Fingerabdrucksensor im Display, Face Unlock, AI Support, Slider Kamera
Netzstandard 4G 4G LTE FDD: B1 / B2 / B3 / B4 / B5 / B6 / B8 / B12 / B17 / B19
Netzstandard 3G 3G WCDMA: B1 / B2 / B4 / B5 / B6 (Japan) / B8 / B19 (Japan)
Netzstandard 2G GSM 850/900/1800/1900MHz
Datendienste TDD-LTE/FDD-LTE/TD-SCDMA/WCDMA/EVDO/EDGE/GPRS
Betriebssystem Android 9 Pie, EMUI 9.0
Sprachen Multilanguage (DE, EN, CHN, ES, RUS, FR, uvm.)
Google Play Store Ja (vorinstalliert)
Anschlüsse USB Port (Type-C USB 3.1 GEN1)
Gehäusematerial Metall, Glas
Gewicht 206 Gramm
Maße 157,3 x 75,1 x 8,3 mm
Lieferumfang 1x USB Typ-C auf 3.5mm-Audio-Klinke Adapter, 1x Smartphone (fest eingebauter Akku), 1x Schutzhülle, 1x Ladegerät, 1x SIM-Tool, 1x Schnellstartanleitung, 1x USB Type-C Ladekabel
Band 20 / 800 MHz Nein

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